Thesen
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Schlussfolgerungen
aus meiner eigenen Erfahrung als Lehrer und  denen als Vater einer Schülerin
 

Kinder sind wissbegierig. Sie beginnen die Schule in der Regel mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung (Es sei denn, dümmliche Eltern haben in Ermangelung eigener Intelligenz mit der Schule gedroht. "Warte nur, wenn du in die Schule kommst ...")

Aber nach relativ kurzer Zeit, spätestens aber so zwischen viertem und siebentem Schuljahr hat sich die Einstellung der Schüler gründlich geändert. Weil entweder Schulsystem oder Lehrer oder beides inkompetent sind. An den Kindern liegt es nicht. Sie folgen einfach nur ihrer Umwelt. Das Sein prägt das Bewusstsein.

Als meine Tochter das Gymnasium besuchte und ich alles aus der Sicht der Schülerin miterlebte, habe ich mir ein ums andere Mal die Haare gerauft. Wozu muss ein junger Mensch auswendig lernen, wie lang jede einzelne Feder bei jedem einzelnen Vogel der einheimischen Tierarten ist und dann auch noch anhand der Farbe das Geschlecht erkennen können? Wozu solche Detailfragen in allen Fächern in zunehmendem Umfang in das Gedächtnis schütten nur, um es niemals wieder zu verwenden?

Weshalb wird nicht sinnvoller Weise gelernt, wie man lernt? Ich kann mich nicht erinnern, dass Carolin etwas mitgebracht hat, was sie im praktischen Leben verwenden kann. Eine wissenschaftliche Arbeit schreiben? Fehlanzeige. Unser Finanz- und Steuersystem verstehen? Denkste! Im Umgang mit Behörden das Kauderwelsch auf Formularen begreifen? Schön wäre es.
Und vor lauter Differential- und Integralrechnung und Mengenlehre und was weiß ich was - mit der praktischen Anwendung der Prozentrechnung oder dem Einmaleins hat sie heute noch nichts im Sinn, denn es fällt ihr schwer. Vom Dreisatz ganz zu schweigen. Dabei sollten diese Dinge ins Blut übergegangen sein.

Den meisten Lehrern aber ist das auch egal. Lehrplan hernehmen (wenn überhaupt), Stunde runterreißen, Aufgaben verteilen, die man sich vorher selber nicht richtig überlegt hat, sondern bei denen man sich dann an den Antworten orientiert - alles keine Seltenheit.

●  Bezeichnet Lehrer nicht als Lehrer - es sei denn, sie sind welche.
●  Zum Lehrer muss man geboren sein oder sich wenigstens ein Leben lang darum bemühen.
●  Jeder Lehrer muss mindestens aller zwei Jahre einen Eignungstest in Pädagogik und Psychologie ablegen.
●  Jeder Lehrer wird einmal im Jahr von der Schülerschaft auf seine Eignung hin bewertet.
●  Jeder Lehrer wird einmal im Jahr von der Elternschaft auf seine Eignung hin bewertet.
●  Jeder Lehrer wird aus dem Schuldienst entfernt, wenn er bei den Testkriterien von Schülern und Elternschaft  nicht besteht.
●  Ein Lehrer darf sehr viel verdienen, wenn er diesen Kriterien entspricht. Tut er das nicht, muss er seinen Lohn zurückgeben.
●  Kein Lehrer darf Beamter sein, denn dann kann  er sich auf diesem Status ausruhen.
●  Ein gerüttelt  Prozent der Lehrer sollte ihr Diplom oder was auch immer sie als so genannten Berufsabschluss besitzen zurückgeben. Sie sind ungeeignet, unfähig, unwillig, nicht willens ständig dazu zu lernen oder sich als geeignet zu erweisen. Schade um das schöne Geld, dass der Staat  in diese Ausbildung investiert hat.
●  Lehrer, die Umfeld oder Eltern oder sonst etwas vorschieben, um ihr Unvermögen zu kaschieren, werden sofort entlassen.
●  Lehrer, die ungerecht sind, werden entlassen.
●  Lehrer die sich überheblich gegenüber ihren Schülern verhalten werden entlassen.
●  Weltfremde Professoren oder Doktoren, die nie ein Klassenzimmer an einer Grund- oder Mittel- oder Haupt- oder Realschule gesehen haben, muss man ausgrenzen, wenn es um die Zukunft des Schulsystems geht.
●  Bildet eine Kommission aus Lehrern, Schülern, Eltern und Vertretern der Wirtschaft. Beraten dürfen Wissenschaftler und andere Fachleute. Aber auch nur beraten. Professoren und Politiker sollte man vorsichtshalber ausladen.

Unser Schulsystem ist inzwischen mehr als völlig überholt. Und darin tummeln sich überholte Personen. Ändern können das leider nur die Politiker. Und die sollten erst mal Lehrer gewesen sein. Wer es nicht war, der darf nicht mit abstimmen wenn es um die Zukunft dieses Systems geht.

Warum ich diese Meinung vertrete?
Ich habe die Leiden meiner Tochter miterleben  und feststellen müssen, dass mehr als nur eine Forderung der Lehrer schlicht Schwachsinn war. Bar jeder Pädagogik, ohne Kenntnisse von Lernprozessen, weitab von einfachen Grundregeln der Psychologie. Ich kann mir denken, dass diese Meinung einen Proteststurm hinter sich herzieht. Weil das keiner der Lehrer auf sich bezieht. Aber ob es deshalb falsch ist?

Die Tatsache, einer von Ihnen gewesen zu sein und in diesen Topf geworfen zu werden, lässt mich schaudern.
Ich glaube schon, dass die meisten dieser Zunft sich Mühe geben. Aber was soll's, wenn sie es trotzdem nicht bringen?

Um Lehrer zu sein, dazu bedarf es mehr als irgendein Abschlusszeugnis auf Papier. Dazu muss man geboren sein.

Und noch etwas: Eltern, Mütter und Väter, die haben das Erziehen nie gelernt. Wer Ihnen Schuld zuweist, der vergisst, dass wir ein marodes Bildungssystem haben, das solche wichtigen Dinge außen vor lässt.

Politiker halten gern Reden und weisen Schuld zu. Aber immer den anderen - (fast) nie sich selbst.

 

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