Sterben 1
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Wie ich das erste Mal starb
1966

Während des Besuchs der EOS (Erweiterte Oberschule=Gymnasium) mussten wir gleichzeitig einen handwerklichen Beruf erlernen. Ich hatte mich für Elektro-Monteur entschieden. Da waren wir einmal im Monat für zwei Tage in einem Betrieb. Für mich war das die EBEHAKO Zwickau.

Als Lehrling musste ich irgendwelche Motoren säubern. Das ging hervorragend mit Gasolin, weil es gut entfettet.

Die Dämpfe aber wirkten betäubend. Das wollte ich ausprobieren. In meiner Abenteuerlust verzog ich mich mit einem getränkten Wattebausch auf die Toilette und schnüffelte.

Die Wirkung war verheerend. Der Vorgang des Bewusstseinsverlustes mit all seinen Eindrücken gab exakt das wieder, was ich mir später unter "Sterben" vorstellte.

Die Besonderheit: Ich war mir in diesem Zustand bewusst, genau das schon einmal erlebt zu haben. Monate später, das Erlebnis ließ mir keine Ruhe, fand ich eine Erklärung.

So fühlt sich ein Embryo in der Gebärmutter. Diese Deutung stieß bei allen möglichen Leuten auf heftigen Widerstand, da sich der Mensch an den embryonalen Zustand nicht erinnern könne. Mag sein - ich aber glaube heute noch daran, in meinem betäubten Zustand genau diese Erinnerung wach gerufen zu haben.

Die Toilette in der EBEHAKO habe ich fluchtartig verlassen. Irgendwie saß der Schreck ziemlich tief.