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Wie ich ein Semester versäumte
...
Als Student war ich mal fleißig und mal faul. Mehr faul. Darum bin ich auch
gleich durch die erste Prüfung (Internationale Geschichte) gerasselt. Mein
Professor war krank und der andere wollte Dinge wissen, von denen ich noch
nie etwas gehört hatte. Dabei hatte ich mich so schön auf Albanien
vorbereitet.
Das hat mich so frustriert, dass
ich im nächsten Semester zur irgendeiner sinnlosen Vorlesungsreihe überhaupt
nicht gegangen bin. Das fiel dann auf und ich sollte die Reihe im kommenden
Jahr nachholen.
Schlau wie ich war, bin ich da auch
nicht hingegangen, sondern nach Abschluss der Vorträge nur zum Vortragenden
( dessen Namen ich natürlich vergessen habe). Mit meinem Studienbuch in der
Hand, damit er mir die erfolgreiche Teilnahme attestiere. Ich spekulierte
darauf, dass er sich unmöglich die Gesichter aus den Sälen hatte merken
können.
Er starrte mich an, ein wenig
misstrauisch, und sagte dann: "Aber die Reihe ist doch in diesem Semester
ausgefallen. Sie findet erst nächstes Jahr statt. Was wollen Sie?"
Ich weiß nicht mehr, wie ich mich
versuchte, herauszuwinden.
Aber ich bin auch dann nicht
gegangen. Das war klug. Denn es hat sich niemand mehr dafür interessiert.
Und das Studienbuch, das wollte zum Abschluss ebenfalls keiner sehen.
Schön war' s an der
Humboldt-Universität Berlin.
Dass ich aber das Russisch-Testat
wirklich nachgeholt habe, dass hat mir irgendwie keiner geglaubt.
Dummerweise hatte ich da auch keinen Stempel. Aber ich habe es gemacht.
Ehrenwort. Die Hälfte des zu übersetzenden Textes hatte ich im Text
übersetzt und die andere Hälfte auf einem Hilfsblatt, das wir verwenden
durften.
Na, Schwamm drüber. Russisch war
sowieso grässlich. |