Feuerwehr
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Wie mich die Feuerwehr rettete
14. Juli 2004

Am Mittwochabend, müde und ausgelaugt, gerade von zwei Stunden Fitnessstudio gekommen, ein Bierchen getrunken, Abendbrot gegessen, noch ein Bierchen und dann meine Lieblingsserie "Star-Gate" geschaut ... grunzel, schnorchel ... schlaf ein, schön und süß vorm laufenden Fernseher im Wohnzimmer.

Als ich, es war genau 23 Uhr, aufwachte, stand - in voller Ausrüstung und Montur, einschließlich Helm - ein Feuerwehrmann in der Wohnstube, über mich gebeugt und leuchtete mich ordentlich an. Mit einer Taschenlampe der besonderen Art.

Ich kann nicht mehr sagen, was ich gedacht habe. Das lief alles automatisch ab. Ich stand auf, ging hinter ihm in den Korridor, der war voller lustiger Leute, wie noch ein paar Feuerwehrleute, Notarzt oder Ähnliches, alle in Dienstkleidung und ich musste bestätigen, dass es mir gut ging. Mein Schwager wuselte auch herum.

Der Nachbar hat die Kameraden wohl noch davon abgehalten, die Wohnungstür aufzuhacken. Die Leitern für den Zugang zu meinem Balkon (2. Stock) habe ich nicht mehr gesehen. Der Versuch, über das gekippte Badezimmerfenster einzudringen war bis auf die Zerstörung eines Blumentopfs (aber der zählt ja nicht bei so einer Aktion) dann erfolgreich gewesen.

Was war denn nun passiert?

In meinem Tiefschlaf hab ich das Telefon (meine Frau hat mich angerufen, sie war gerade in Frankfurt bei Carolin) nicht gehört. Der Fernseher ging ja eh auch noch. Beim Nachbarn angerufen, beim Schwager angerufen - und irgendwer kam dann auf die Idee, da müsste man mal klopfen um sicher zu sein, dass mir nichts passiert sei. Hab ich auch nicht gehört und auch keine weiteren akustischen Versuche.

Ängstliche Fürsorge kann manchmal zu schlimmen Dingen führen. Und so kam es, dass mich die Feuerwehr nach Alarmierung aus einem vermeintlichen Kreislaufkollaps oder schon eingetretenen Herzinfarkt zu retten versuchte. Aber eigentlich haben sie nur meinen zuckersüßen Schlaf gestört. Schade - ich war dann bis halb drei putzmunter und hab mir vor Frust gleich noch ein Bier eingeflößt.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich das verdaut hatte und darüber grinsen konnte. Richtig lachen kann ich heute noch nicht.

PS.: Sonnabend in der Frühe gegen Sieben klingelte die Feuerwehr noch mal. Sie hatten ihr Fensteröffnungsinstrument auf dem Fensterbrett zum Badezimmer vergessen ... und ich habe es liegen lassen als Erinnerung ...

Aber die wollten es noch bei anderen ausprobieren ...

PS.: Was wäre wohl gewesen, wenn ich nicht hätte aufmachen wollen, weil ich gerade Besuch hatte? Na gut, so was mache ich ja nicht - diese Überlegung findet nur der Vollständigkeit halber statt.