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Schreiben?
Das ist ein Hobby. Manche trinken gern
Bier, sammeln Briefmarken oder putzen ihr Auto. Ich schreibe gern. Kommt mir
nicht darauf an, ob eine Geschichte lange braucht oder nicht. Es ist ja doch
erst einmal nur für mich. Und immer noch besser als Häkeln.
Schreiben?
Ich hab` da mal was geschrieben, das hat
anderen gefallen. Und mir hat es gefallen, dass es anderen gefallen hat. Am
meisten würde mir gefallen, wenn es noch viele Leute lesen würden und es
denen ebenso gefällt. Also, wenn es gedruckt wird. Ob ich da einmal anfrage
…?
Schreiben?
Von mir ist schon mal verlegt worden. Eine
kleine Erzählung. Also, dieses Gefühl, selbst Geschriebenes gedruckt zu
sehen und den Geruch des Papiers aufzunehmen, auf dem die Buchstaben schwarz
auf weiß zu sehen waren, das war etwas ganz Besonderes. Ich hätte nicht
gedacht, dass ein Abdruck ein solches Lob sein kann.
Schreiben?
Ja, ab und zu werden Texte von mir
gedruckt. Nichts Welt bewegendes. Kritiken, mal ein Gedicht oder eine
Geschichte. Jetzt bekomme ich allmählich Appetit auf mehr. Ein eigener Band
mit Erzählungen. Das wäre etwas …
Schreiben?
Nichts leichter als das … Ich schaffe am
Tag leicht zehn Seiten Manuskript. Das ist in dreißig Tagen ein ordentliches
Buch. Wenn ich dreitausend Bücher bei einem Gewinn von je einem Euro fünfzig
verkaufe, kann ich locker davon leben.
Bei Nachauflagen,
weil das Geschriebene sich als gut im Laufe der Zeit herumspricht, kommt
Bares vorbei, für das ich nicht mehr arbeiten brauche … Muss nur noch jemand
verlegen … na ja, und kaufen natürlich.
Schreiben …
Wer schreibt ist ein Künstler. Immer! Ohne
Ausnahme! Gut, es mag herausragende und schlechte Künstler geben, es mag
Kritiker geben, die zerreißen die Kunst in der Luft. Aber das ändert nichts.
Wer schreibt ist ein Künstler. Und man sollte ihn ermutigen, nicht
aufzuhören damit. Freilich, der Schlechte könnte dazu lernen, dass ihn immer
mehr immer besser verstehen. Aber das ist seine eigene Sache. Niemand zwingt
ihn dazu. Höchstens ermutigen könnte man ihn.
Darum will ich auf
den kommenden Seiten ein paar Tipps zum Schreiben geben, aber auch
direkt am Objekt arbeiten. Sozusagen neben der Erklärung die Erklärung
bieten. Die Beispiele - die guten und die schlechten - werden sich
vermehren, denn ich forsche intensiv am Geheimnis des guten Schreibens.
Aber alle
Anmerkungen sollen nur als der Versuch eines Streitgesprächs gewertet
werden. Verteidigen Sie Ihre Art zu schreiben, Ihre Wortwahl oder den
Satzbau. Sollten in einigen Fällen unsere Argumente schwerer wiegen, dann
ist der Weg zu neuen Formulierungen mit Schmerzen gepflastert. Dann muss man
an seinen eigenen, mit Herzblut scheinbar so schön fabulierten Sätzen
operieren. Aber das tut nur am Anfang weh.
Herauskommen wird
immer ein Gewinn.
Wollen Sie eintreten
in dieses schmerzensreiche Kompendium? Dann tun Sie es hier. Auf eigene
Gefahr.
Die Qual vom Schreiben ... |