Warum ich schreibe?
Ich weiß es nicht.
Seit ich schreiben kann, texte
ich. Gedichte, Sätze, Geschichten, Reportagen, Reden .... eigentlich
das ganze Repertoire von allem , was man unter Schreiben verstehen könnte.
Einschließlich journalistischer Ergüsse. Aber das nur sehr sparsam.
Irgendwas schreibe ich immer. Mehr oder weniger gut.
Als Kind
fiel mir ein Heftroman mit dem Titel: "Die Stunde Null" in die Hände. Ein
SF-Roman. Das muss so in der zweiten Klasse gewesen sein. Seitdem bin ich diesem Genre verfallen.
Kurze Zeit darauf entstand auch mein erster Roman, der es aber nur auf ein paar
Seiten schaffte und meinen Vater, als erstem Lektor, nicht sonderlich
interessierte.
Dann folgten Versuche, in der örtlichen Tageszeitung Artikel zu
astronomischen Themen unterzubringen. Tatsächlich wurde erst einige Jahre
später erstmals etwas gedruckt, wo Kober darunter stand. Ein Leserbrief im "Technikus".
Dieser populärwissenschaftlichen Jugendzeitschrift in der DDR bin ich über
viele Jahre treu geblieben. Nicht zuletzt, weil ich mit dem Chefredakteur
Karl-Heinz Fickelscherer) manche Diskussion geführt habe (und ich mit ihm die in der DDR verbotene
westdeutsche SF-Literatur austauschte).
Nach dem Erscheinen des ersten eigenen
Buches, und dem Beitritt zum Schriftstellerverband als Kandidat entwickelte
sich eine zunehmend kritische Haltung zum System in der DDR. Bis ich eines
Tages beschloss, diesem Land den Rücken zu kehren.
Über eine Bekannte besorgte ich mir die
Einladung der Stadt Friedrichsdorf/Ts. zur Buchlesung. Mit dieser Einladung
versuchte ich, die Genehmigung zu Ausreise zu erhalten. Keiner hat das
abgelehnt, keiner hat da Nein gesagt, niemand war da, der es verboten hätte
- aber ich habe trotzdem nicht fahren können. Ab einem bestimmten Punkt gab
es niemand mehr, der sich verantwortlich zeigte. Ich stand einem
undurchdringlichen, schweigenden Nebel gegenüber. Man hat mich am
ausgestreckten Arm verhungern lassen. Ich musste telegrafieren, dass ich
nicht kommen könne.
Nach Friedrichsdorf hat es mich 1990 dann
doch noch verschlagen. Aber das ist eine andere Geschichte ...
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